Historie von Klostergut Besselich
Der Berg Besselich bei Vallendar hat eine lange, ereignisreiche Geschichte von fast 1500 Jahren.
Die Entstehung einer Kapelle auf dem Berg in frühchristlicher Zeit, der Hunneneinfall im Jahr 500, das Schicksal des Königspaares aus Aquantinien samt seines Gefolges, die Herren von Helfenstein und der Neubau der 1024 eingeweihten Kapelle waren Meilensteine einer bewegten Historie.
Woher kommt der Name Besselich?
Vermutlich von Basilika: das ist die Form des altchristlichen Gotteshauses zur Zeit des Kaisers Konstantin - Die Endsilbe "-ich" ist die damals übliche Verkleinerungsform, daher bedeutet Besselich: kleine Basilika, kleine Kirche, Kapelle.
Vom Jahr 1440 bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1806 lebten Franziskanerinnen in Besselich.
Im Jahr 1808 erwirbt der französische General Guérin das Gut. Er wird zum Befehlshaber der Truppen des Rhein-Mosel-Departements mit Sitz in Koblenz. 1813 zieht er mit seinen Truppen ab und Besselich wird zuerst zum Lazarett, dann zum Pulvermagazin der preußischen Armee.
Das Gut wird durch den Brunnenmeister Johann Jakob von Kirn im Jahre 1816 übernommen.
Als Carl Stedman im Jahr 1834 das Klostergut Besselich erwirbt, wird eine schottisch-niederländische Familie in der Rheinlandschaft heimisch, die bereits Spuren in der Geschichte Europas, aber auch in Übersee hinterlassen hat.
Carl de Barton - so sein Name nach der Heirat mit einer Edinburger Partriziertochter, Susanne - verbindet 1565 deren Namen und Wappen mit dem seinen, aber sein Name "Stedman" erfreut sich solcher Beliebtheit, dass ihn Carl seinen Nachkommen vererbt.
Zwei weitere Auszüge aus der Geschichte:
26. Juli 1859: "Ihre Königliche Hoheit, die Prinzessin/ Regentin Augusta mit Kammerherr Graf Boos von Waldeck und der Hofdame Gräfin Hacke fahren bis an den Besselicher Weinberg, spazieren herauf... treten dann vor die Freitreppe unseres Gartenzimmers, nehmen dort den Blumenstrauß von unserem achtjährigen Töchterchen Anna an, küssen es auf die Stirn, lassen sich im oberen Saal nieder, bewundern die Aussicht und spazieren dann nach Niederberg."
Dort vernimmt man Musik aus einem Wirtshaus, und die Prinzessin erfährt, dass hier eine Hochzeit gefeiert werde. Sie lässt sich von Ihrer Begleitung etliche Goldstücke geben, betritt das Gasthaus und übergibt dem erstaunten und strahlenden Brautpaar mit herzlichen Wünschen Ihre Gabe.
Nach 1945 Kriegsende: Millionen Deutsche werden aus Ihrer Heimat vertrieben, eingekerkert, verhungern auf der Flucht oder sterben durch das Kriegsgeschehen. Hunderttausende sind ausgebombt im Westen, waren evakuiert und versuchen die Rückkehr. Noch nie vorher hat es in Mitteleuropa eine solche Völkerwanderung von verhärmten Menschen gegeben, von Greisen, Frauen und Kindern!
Und jetzt erlangt der Berg Besselich in seiner etwa 1500 Jahre zurückverfolgenden Geschichte bis zum heutigen Tage, den meisten Menschen noch unbewusst, seine größte Bedeutung! Hier entsteht durch die Initiative Hilda von Stedmans, der "Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes". Hilda von Stedman, viele Jahre in der aktiven Arbeit des Roten Kreuzes stehend, überall beliebt, sprachgewandt, beschäftigte in den ersten Nachkriegsjahren bis zu 16 hauptamtliche Kräfte; an einem Tag trafen sogar bis zu 800 Anfragen ein.
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